Heute Morgen war es beim Morgenappell ungewöhnlich ruhig. Das lag allerdings nicht daran, dass alle noch geschlafen haben – einige Gruppen waren bereits um 8:00 Uhr auf dem Weg zu den Cascades du Sautadet. Den Appell leitete heute Jonas, der die Daheimgebliebenen mit den wichtigsten Infos für den Tag versorgte.
Außerdem gab es heute wieder etwas zu feiern: Jojo wurde 12 Jahre alt! Natürlich durfte da unser Geburtstagsständchen nicht fehlen. Mäc hatte sogar einen leckeren Geburtstagskuchen gebacken und Vanessa den Tisch liebevoll geschmückt. So lässt sich Geburtstag im Zeltlager wirklich feiern.

Zum Abschluss des Appells gab es noch den Spruch des Tages:
„Manchmal führt der beste Weg nicht zum Ziel, sondern zu den Menschen, mit denen man ihn geht.“
Ein schöner Gedanke, der heute irgendwie auf alle unsere Touren passte.
Für die Gruppen von Jacky, Sina, Markus und Mike ging es gemeinsam mit unseren Fahrern zunächst zum Kloster Valbonne. Begleitet wurden sie von Inken, Rani und Doro. Von dort führte die Wanderung durch die Weinberge bis zu den beeindruckenden Cascades du Sautadet.
Die Cascades gehören zu den schönsten Naturwundern der Region. Der Fluss Cèze hat sich hier über viele Jahrtausende tief in den hellen Kalkstein gegraben und spektakuläre Strudeltöpfe, Felsrinnen und kleine Wasserfälle geschaffen. Ein perfekter Ort zum Schwimmen, Planschen und natürlich auch zum Klippenspringen.
Genau das wurde dann auch ausgiebig genutzt.
Für einen der Lacher des Tages sorgte allerdings Jacky. Ihre Musikauswahl wurde von den Mädels kurzerhand als… nun ja… „alte Banger“ abgestempelt. Tja Jacky – willkommen im Club der „Alten“. 😉
Auch Lian aus Mikes Gruppe sorgte unfreiwillig für Aufregung. Um seinen Unmut über die Musik besonders deutlich zu machen, tat er so, als wolle er sich in den Graben stürzen. Dabei wäre er beinahe tatsächlich abgestürzt. Zum Glück reagierte die Gruppe blitzschnell und hielt ihn fest – anschließend wurde natürlich herzlich über die Aktion gelacht.

Besonders hervorheben möchten wir heute aber etwas anderes: Die rund sieben Kilometer lange Wanderung verlief völlig ohne Gemecker. Alle hatten gute Laune, genossen die gemeinsame Zeit und erreichten nach etwa zweieinhalb Stunden entspannt die Cascades. Genau so soll es sein!

Sogar Bonzo schaute heute an den Cascades vorbei. Er hatte sich dort mit einer befreundeten Familie getroffen. Kathi, die früher selbst viele Jahre mit unserem Zeltlager unterwegs war, macht momentan mit ihrer Familie Urlaub in der Gegend. Ein schönes Wiedersehen!
Kaum fünf Minuten am Wasser angekommen, hatte Jan aus Mikes Gruppe bereits seinen ersten Fisch gefangen. Dieser wurde selbstverständlich mit nach Hause genommen und sogar schon fachgerecht ausgenommen.

Für die Gruppen von Hagen und Vanessa stand heute der Kletterpark auf dem Programm. Gemeinsam mit Sven ging es hoch hinaus. Zwischen den Baumwipfeln waren Geschicklichkeit, Mut und Gleichgewicht gefragt.
Wer beim Klettern Hilfe benötigt, ruft übrigens laut „Haribo!“ durch den Wald. Und wer brauchte heute tatsächlich Unterstützung? Natürlich Gruppenleiter Hagen! Er hatte versehentlich eine Sicherheitsleine nicht eingehakt und kam weder vor noch zurück. Die Guides eilten sofort zur Hilfe und befreiten ihn aus seiner misslichen Lage. Danach konnte auch er den Parcours erfolgreich beenden. Spaßig war’s!

Lenas Girls hatten heute ihre reservierten Kanus und machten eine erste Probefahrt. Lena berichtete anschließend schmunzelnd, dass zwar gepaddelt wurde, die Gruppe sich aber noch nicht ganz für die große Kanutour qualifiziert habe. Macht überhaupt nichts – vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr.
Am Nachmittag wurde trotzdem nicht langweilig. Die Turnbeutel wurden fertig gestaltet, es wurde gespielt und gemeinsam mit Hagen gesungen. Unterstützung bekamen sie dabei von Vanessas Mädels, sodass der Platz zeitweise in ein kleines Freiluftkonzert verwandelt wurde.


Nach der Probefahrt wurden die Boote auf unseren Anhänger verladen und von Gerd nach Saint-Martin-d’Ardèche gebracht. Dort wartete bereits die Gruppe von Jonas, die sich für die kleine Kanutour angemeldet hatte.
Wegen des aktuell niedrigen Wasserstands konnte die Fischtreppe allerdings nicht befahren werden. Also hieß es: Boote ziehen statt fahren.

Und dann begann das große Verlieren…
Zuerst verschwand ein Schlappen spurlos in der Ardèche. Trotz intensiver Suche blieb er unauffindbar.
Kurz darauf kenterte auch noch das Boot von Jonas und Giuseppe. Besonders ärgerlich: Das Handy war nicht gesichert und verschwand ebenfalls im Fluss.
Jetzt wurde getaucht, gesucht und gehofft.
Zum Glück hatte Arno den richtigen Riecher – beziehungsweise den richtigen Tauchgang. Tatsächlich fand er das Handy wieder! Da war die Erleichterung natürlich riesengroß. Vielen Dank für diesen Einsatz!
Währenddessen waren Ilona und ich (Betty) unterwegs, um Mine am Flixbus in Bollène abzuholen. Sie ist eine erfahrene Teamerin und wird unser Team in den kommenden Tagen tatkräftig unterstützen. Schön, dass du da bist, Mine!
Gestern hatte ich bereits beobachtet, wie viele fleißige Hände Berge von Kartoffeln schälten und schnippelten.
Heute wussten wir auch warum: Zum Abendessen gab es leckeren Kartoffelsalat mit Brat- und Bockwürstchen. Natürlich wurden auch wieder verschiedene Varianten angeboten, damit wirklich jeder satt und glücklich wird. Ein großes Dankeschön an unser Küchenteam, das sich jeden Tag aufs Neue so viel Mühe gibt.
Außerdem wurde heute ein heimisches Wildschwein zerlegt. Keine Sorge – wir waren natürlich nicht selbst auf der Jagd. Das Tier stammt von einem Weinbauern aus der Nachbarschaft. Wir sind schon sehr gespannt, welche Köstlichkeiten unsere Küche daraus in den nächsten Tagen zaubern wird.
Ein weiterer erlebnisreicher Tag neigt sich dem Ende zu. Mit vielen schönen Erinnerungen, einer geretteten Handygeschichte, einem verschwundenen Schlappen und jeder Menge gemeinsamer Erlebnisse freuen wir uns schon auf morgen. 🇫🇷☀️



















